Am 15.4.1945 wurde Marquardt durch ein Standgericht zum Tode verurteilt. Man warf ihm Befehlsverweigerung und Fahnenflucht vor, Beschuldigungen, die sich auf Grund späterer Zeugenbefragungen als haltlos erwiesen. Die Hinrichtung erfolgte vielmehr, um einen Kritiker einer sinnlosen Verteidigung Uelzens auszuschalten.

Erich Marquardt Foto: Privat

Am 15.4.2005 wurde im Rahmen einer Gedenkfeier an die Ermordung des Hauptmanns Erich Marquardt vor genau 60 Jahren erinnert. Die Feierlichkeiten begannen vormittags mit einem Gedenkgottesdienst und anschließender Gedenksteinenthüllung am Gelände des ehemaligen „Clubhauses“ und endeten am Abend mit einer offiziellen Veranstaltung im Rathaus Uelzen, auf der Dietrich Banse sich detailliert mit dem Geschehnissen um den 15.4.1945 befasste und zu dem Schluss kam, dass die standrechtliche Erschießung des Hauptmanns ein bloßer Willkürakt war. Nach Ende der Gedenkfeier im Rathaussaal eröffnete Dietrich Banse im Foyer die Ausstellung der Geschichtswerkstatt zum Thema „Kriegsende in Uelzen“ Die Ereignisse um den Einmarsch der Alliierten und die Zerstörung der Stadt wurden chronologisch aus der Sicht Uelzener Bürger ( die leidtragende Zivilbevölkerung ), britischer Soldaten ( die „Eroberer“) und deutscher Soldaten ( die „Verteidiger“)dargestellt. Weitere Schautafeln zeigten Straßen und Häuser Uelzens vor bzw. nach der Zerstörung sowie in ihrer heutigen Erscheinung. Eine Schautafel war Hauptmann Marquardt gewidmet.

Zu diesem Thema fand das 6. Erzählcafé statt: „Hauptmann Marquardt – Ein Mord“. Zu Gast war Dieter-Jürgen Marquardt, der Sohn des am 15. April 1945 in Uelzen von einem deutschen Offizier erschossenen Hauptmann Erich Marquardt.

Der Steinbildhauer Jörg Bielig bei der Arbeit

Teil 1: Die Eroberung der Stadt durch britische Truppen am 18.4.1945

Teil 3: Der gewaltsame Abtransport