Es hat in der Vergangenheit bereits einzelne Veröffentlichungen über Frauen aus Uelzen und Umgebung, vorzugsweise in ihrer Bedeutung als Künstlerinnen oder Schriftstellerinnen, gegeben. Es fehlte aber bis heute eine Übersicht oder Darstellung, die sich ausschließlich mit dem vielfältigen Engagement von Frauen beschäftigt.

Mit unserem Buch „Frauen, die Uelzen beweg(t)en“ wird auch ein Stück Heimatgeschichte geschrieben, nur eben mehr aus dem weiblichen Blickwinkel. Es ist eigentlich nicht erklärungsbedürftig, dass Menschen von der Umwelt, in der sie leben, geprägt werden, sie aber auch aktiv gestalten. Dass Frauen das auch getan haben, wurde ihnen lange nicht zugestanden. Es ist Geschichtsschreibung aus der Perspektive von Frauen.

Die Arbeitsgruppe – Karin Banse, Christine Böttcher, Ute Chlechowitz, Dorothee Ebeling und Renate Meyer-Wandtke (s. Foto) – hat, zusammen mit zwei Autoren, 22 Aufsätze über Frauen, die in einem Zeitraum, vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart lebten und leben, verfasst. Ihre Herkunft und Lebensläufe sind ganz unterschiedlich. Deutlich wird dies auch gleich bei den ersten beiden Aufsätzen im Buch, die sich Prinzessin Apollonia, Schwester von Herzog Ernst dem Bekenner, und der Magd Margreta Hobermann widmen, zwei Frauenleben aus dem 16. Jahrhundert, die unterschiedlicher nicht sein könnten (Fotos S. 8, 14 u. 15).

Vielen Frauen wurde nichts „Großes in die Wiege“ gelegt, aber sie haben Großes geleistet:

– Sie wollten sich nicht mit den traditionellen Fesseln und Beschränkungen abfinden, sondern aktiv die Lebensbedingungen in ihrem Umfeld mit gestalten

– Sie haben ihre besonderen Fähigkeiten und Leidenschaften für eine Verbesserung und Änderung ihres unmittelbaren Lebensumfelds unermüdlich und beharrlich eingesetzt – sei es für Politik, Kunst, Kultur, Frauen-Sport…..

– Sie ließen sich nicht von den sie in die Schranken weisenden Männer einschüchtern und hatten Erfolg

Die aufgenommenen Frauenbiographien sind eine Auswahl, die u.a. von den über sie verfügbaren Quellen abhing; sie stellen keine Wertung gegenüber nicht porträtierten Frauen und deren Leistung in ihrer Generation dar. „Unsere“ Frauen stehen beispielhaft für viele nicht genannte Frauen und deren Leistung in ihrer Generation und Zeit. Alle sind es wert nicht vergessen zu werden.